Smart Home – funkt´s?

Möglichkeiten und Risiken im vernetzten Zuhause

 

Gebäudeautomatisierung hält immer mehr Einzug in den privaten Wohnbau. Spätestens seit das schnöde Handy, das ursprünglich lediglich zum mobilen Telefonieren gedacht war, von der multifunktionalen Wunderwaffe „Smartphone“ abgelöst wurde, kommen beinahe täglich neue Anwendungs- und Steuerungsmöglichkeiten für Menschen, die Spaß an technischen Spielereien haben, auf den Markt.

Aber natürlich geht es nicht nur um technische Spielereien. Sicherheit und Komfort sind die am häufigsten genannten Begriffe, wenn jemand sich entschließt, sein Haus „smart“ zu gestalten. Viele Geräte und Installationen haben mittlerweile smarte Funktionen und können Dinge, von denen man noch vor ein paar Jahren nicht mal geträumt hat. Die große Herausforderung dabei ist, dass dieses Sammelsurium an unterschiedlichen Herstellern und technischen Lösungen miteinander kommunizieren bzw. interagieren soll. Und das möglichst störungs- und nebenwirkungsfrei.

Ist Funk die Lösung?

Tatsächlich scheint Funk die auf den ersten Blick einfachste und effizienteste Lösung zu sein. Für die Nachrüstung von Bestandsbauten oder für einzelne, einfache Anwendungen, ist das wohl auch zutreffend. Worüber jedoch nicht gerne gesprochen wird, ist, dass die Bewohner einer je nach Anwendung unterschiedlich starken elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt sind. Wenn – ob durch Unwissenheit oder schlechte Planung – in solchen Haushalten wild und im schlimmsten Fall auch noch dauerhaft durcheinandergefunkt wird, warnen Baubiologen vor der dadurch auftretenden Belastung für den menschlichen Organismus.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf diese Reize. Die Empfehlung von unabhängigen Experten dazu sind eindeutig: Versuchen Sie so wenige funkvernetzte Anwendungen wie möglich und nur so viele wie nötig in ihrem Haushalt zu installieren. Sie müssen deshalb nicht auf Ihren Komfort verzichten, es gibt andere Möglichkeiten der Vernetzung. Viele praktische Funktionen aus den vier klassischen Smart Home-Bereichen - Sicherheit, Energie/Klima, Komfort und Entertainment – lassen sich auch kabelgebunden realisieren.

Was funkt – und warum?

Die Industrie – vom Discounter bis zu renommierten Markenherstellern – überschwemmt den Markt geradezu mit Produkten und Anwendungen zum Thema Smart Home. Vieles davon sind bestenfalls lustige Gimmicks, denn ganz ehrlich, Sie werden auch ohne Musikbeschallung aus Ihrem Duschkopf zurechtkommen. Und ob in Zukunft Windeln mit Feuchtesensor per Fernübertragung aufs Smartphone der Mama anzeigen müssen, dass ein Windelwechsel ratsam wäre, wird die bisher äußerst effiziente Griff- bzw. Riechprobe nicht ersetzen.

Auch viele Haushaltsgeräte sind schon smart – manchmal ohne, dass wir das überhaupt wissen und brauchen. Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Saug- oder Mähroboter… sie alle wollen „mitreden“, ihre Stati kundtun und Daten übermitteln. Man muss nicht sonderlich paranoid oder ein Verschwörungstheoretiker sein, um den leisen Verdacht zu bekommen, dass beispielsweise die durch einen Saugroboter ermittelten Daten (Wohnungsgrundriss, integrierte Kamera, Abwesenheitserkennung, etc.) nicht unbedingt nur einer staubfreien Wohnung dienlich sein müssen.

IoT – das Internet der Dinge

Eng mit smarten Geräten verbunden ist das Internet der Dinge („Internet of Things“, IoT). Immer mehr sollen Geräte miteinander interagieren. Stimmbasierte Sprachassistenten wie Alexa oder Siri als Schnittstelle zu vielen smarten Geräten, SmartMeter („intelligente“ Stromzähler) zur Erfassung und Weiterleitung von Strom und anderen Hausdaten an Versorgungsunternehmen sowie Anbindung an Cloud-Dienste machen uns zunehmend gläsern. Aber nicht nur die Themen Sicherheit und Datenschutz sollten bei der Planung eines smarten Zuhauses beachtet werden. Auch Ihre Fitness könnte langfristig Schaden nehmen, weil sich durch stark automatisierte Vorgänge Ihre Bewegungsanreize reduzieren. Mag ja alles super-bequem sein, aber wer ein langes, gesundes Leben anstrebt, sollte vielleicht nicht alles übers Smartphone vom Sofa aus steuern.

Wem nützt´s und wem schadet´s?

Die Grundsatzfrage, die sich jeder für sich stellen muss, ist eine ganz einfache: Brauche ich das wirklich und was habe ich davon?

Wenn es beispielsweise um Alarmanlagen, Überwachungskameras und Anwesenheitssimulationen, Heizungs-, Lüftungs- oder Jalousiesteuerungen, Türöffnungsanlagen oder Beleuchtungssteuerungen geht, dann können smarte Komponenten und Anwendungen ihr Potenzial voll ausspielen und absolut Sinn machen.

Unsere Empfehlung: Bleiben Sie kritisch, informieren Sie sich genau, bevor Sie ein neues Gerät anschaffen oder eine neue, smarte Anwendung installieren. Hinterfragen Sie, ob der Mehrwert, den Sie dadurch bekommen, die Anschaffung rechtfertigt und ob sie eventuelle Nebenwirkungen dafür billigend in Kauf nehmen.

Das Wichtigste aber: Lassen Sie sich beraten! Sie können viele sinnvolle Funktionen auch kabelgebunden realisieren, KNX-gesteuerte Systeme beispielsweise bieten jede Menge Komfort und Sicherheit für Ihr Zuhause. Und wenn es Funk sein muss, dann achten Sie auf Geräte, die aktionsgesteuert agieren und immer nur kurz Signale abgeben, damit Sie nicht unter elektromagnetischem Dauerbeschuss stehen.

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